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EU-Studie belegt: Medienkompetenz gehört in die Schule

Internationale Kinderschutz-Experten stellen in Berlin EU-Studie ROBERT zum Schutz vor sexuellem Missbrauch im Internet vor

Am 23. und 24. Mai 2012 findet in Berlin die internationale Abschlusskonferenz der EU-Studie ROBERT statt. Diese hat in den vergangenen zwei Jahren qualitativ untersucht, wie Kinder durch das Internet zu Missbrauchsopfern werden und wie man Kinder im Netz besser schützen kann. Befragte Jugendliche aus Fokus-Gruppen sehen besondere Risikofaktoren im Alter, im Geschlecht und in einem geringen Selbstbewusstsein. So seien Kinder umso gefährdeter, je jünger sie online agieren, Mädchen weitaus anfälliger als Jungen und schwache, unsichere Kinder besonders gefährdet, Opfer eines sexuellen Übergriffs zu werden. Diese Risikofaktoren machen keinen Halt vor Staatsgrenzen. Auch die Forderungen der Jugendlichen sind europaweit identisch: Die europäischen Jugendlichen verlangen eine intensive Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule. Schutz bieten zudem erwachsene Vertrauenspersonen, die den Zugang zum Netz regulieren und außerdem informiert sind über die Vorgänge im Netz. Somit untermauert die EU-Studie ROBERT wissenschaftlich, was Opferschutzorganisationen bereits seit langem fordern.

Julia von Weiler, Geschäftsführerin der Kinderschutzorganisation Innocence in Danger e.V., hat die Studie für Deutschland mit begleitet. Die Diplom-Psychologin fordert: "Es wird Zeit, dass Kinderschutz im Internet einen größeren Stellenwert einnimmt. Die Vermittlung von Medienkompetenz gehört längst in den Schulunterricht. Denn einmal im Netz, immer im Netz. Die unendliche und unkontrollierbare Dimension des Netzes und die Risiken sind für Kinder und Jugendliche schwer zu begreifen. Erwachsene Betreuungspersonen dürfen sie an dieser Stelle nicht im Stich lassen."

Die Befragung von zahlreichen Betroffenen im Alter von 12-18 Jahren aus sieben Ländern hat außerdem gezeigt, dass Kinder und Jugendliche leichtfertig mit der Selbstdarstellung im Netz experimentieren und online ausprobieren, wie sie auf andere Personen wirken. Sie steigen mit romantischen und naiven Vorstellungen in sexuell anzügliche Dialoge ein und blenden nach und nach Misstrauen aus. Viel zu spät realisieren sie, dass sie die Kontrolle verloren haben und fühlen sich an die Täter komplett ausgeliefert.

Dr. Ethel Quayle, Dozentin für klinische Psychologie an der Universität Edinburgh, Schottland, erläutert: "Betroffene Kinder und Jugendliche leiden massiv unter der Angst, an wen, wo und wann Täter Bildmaterial von ihnen veröffentlichen."

Kontakt:
Bonne Nouvelle
Simone Stein
Annagraben 40, 53111 Bonn
M +49(0)228 9027840
innocence-in-danger@bonne-nouvelle.de
www.childcentre.info/robert und www.innocenceindanger.de

Quelle:
Innocence in Danger e.V.
Datum:
24.5.12
WWW-Link:
http://www.innocenceindanger.de
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Themenbereiche:
Jugendschutz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche


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