|
![]() |
|
||||
|
Start |
||||||
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat jetzt zum dritten Mal den Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland veröffentlicht. Der Bericht für 2009 zeigt Prognosen über mögliche Entwicklungen der Sicherheitsbedrohungen im IT-Bereich und beleuchtet Gefahren und Risiken im Umgang mit der Informations- und Kommunikationstechnologie.
Deutlich wird, dass Angreifer zunehmend auf psychologischer Ebene bei Internetnutzern versuchen, Daten zu erschleichen. Ein weiteres Problem ist das Web 2.0 mit seinen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten. So bunt die virtuelle Welt auch erscheint: Wenn Nutzer beispielsweise in Sozialen Netzwerken Auskünfte über Privatangelegenheiten sowie Hobbys oder Geburtsdaten preisgeben, besteht immer die Möglichkeit, dass Daten für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Das BSI sieht es als erwiesen an, dass das Gefahrenpotential im Bereich der Online-Kriminalität insgesamt zunehmen wird.
Dem aktuellen Bericht zufolge, steigt die Zahl der Internetnutzer in der Gesellschaft weiter an, parallel dazu sank die Zahl derjenigen, die nicht das Internet nutzten, letztes Jahr erstmals um 30 Prozent. Gerade die personenbezogenen Daten von Nutzern sind für Kriminelle wertvoll, denn sie lassen sich für profitable Zwecke nutzen. Problematisch ist, dass die Diebe nicht mehr nur an kurzfristigen Informationen interessiert sind, beispielsweise Kreditkarteninformationen beim Betrug im Bereich Online-Banking.
So ist das Versenden von Phishing-Mails, mit denen Internetnutzer auf fingierte Webseiten gelockt werden, rückläufig. Heutzutage verwerten Diebe und Betrüger gerne Anschriften von Nutzern, Geburtsdaten oder Führerscheinnummern für ihre kriminellen Machenschaften im Bereich E-Commerce. Um den Missbrauch unterschiedlicher Chipkarten, wie die elektronische Gesundheitskarte (eGK) oder der elektronische Personalausweis, und deren sensible Daten zu vermeiden, hat das BSI die "eCard-API-Framework" entwickelt. Mit dieser Technik soll einheitlich auf alle Chipkarten zugegriffen werden können. Eine wichtige Sicherheitstechnik der Zukunft soll der Einsatz von Biometrie sein. Einige Charakteristika der Biometrie sind beispielsweise Fingerabdruck, Stimme, Tippverhalten oder sogar Körpergeruch.
Das BSI weißt darauf hin, dass die Sicherheit im IT-Bereich von technischen und gesellschaftlichen Trends abhängig ist. In diesem Zusammenhang erklärt der aktuelle Lagebericht 2009 den Begriff der Hypervernetzung: Bereits jetzt nutzen 16 Prozent der Berufstätigen regelmäßig mindestens sieben verschiedene digitale Geräte und neun unterschiedliche Anwendungen wie zum Beispiel SMS, E-Mail oder Web Conferencing.
Ein weiteres neues Schlagwort in der Informations- und Kommunikationsbranche ist der Begriff "Green IT". Green IT beinhaltet Umweltbewusstsein, wie beispielsweise energiesparende Hard- und Softwarelösungen oder der Rückgang des Energieverbrauchs. Auch diese Entwicklungen werden laut Lagebericht 2009 im Hinblick auf unerwünschte Nebeneffekte die Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen beeinflussen. Zusammenfassend sieht das BSI unter anderem Bedrohungen der Sicherheit in zunehmend unerwünschten E-Mails oder durch Identitätsdiebstahl. In Bezug auf Technologien besteht hingegen laut Lagebericht ein erhöhtes Gefährdungspotential bei Web 2.0 Anwendungen oder mobiler Datenübertragung. Der vollständige Lagebericht zur IT-Sicherheit kann beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gelesen werden.