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Bundesministerin Aigner und BITKOM-Präsident Scheer: Senioren für die Chancen des Internet begeistern

Quelle: Pressemeldung BITKOM vom 03.11.10

BITKOM

Der Branchenverband BITKOM und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz haben am 3. November 2010 eine Untersuchung zur Internetnutzung von Senioren veröffentlicht. In diesem Zusammenhang bezeichneten Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die stärkere Teilhabe älterer Menschen am Internet als eine "wichtige Aufgabe für Wirtschaft und Politik". "20 Prozent der Deutschen sind 65 Jahre und älter. Doch nur elf Prozent aller Internetnutzer sind Senioren. Wir müssen den älteren Menschen die Scheu vor dem Internet nehmen und ihnen den Zugang erleichtern. Das Internet ist nicht nur Informationsquelle, sondern erleichtert auch Kontakte im täglichen Leben", erklärten Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

"Das Internet ist heute längst nicht nur für junge und mittlere Altersgruppen attraktiv", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. "Ich möchte, dass alle Generationen vom technischen Fortschritt profitieren und Zugang zur digitalen Welt erhalten. Wir müssen Ängste und Hemmschwellen älterer Menschen vor dem Internet abbauen, aber gleichzeitig mögliche Risiken offen benennen und über Sicherheitsmaßnahmen informieren. Daher fördern wir verschiedene Projekte und Broschüren mit Tipps, wie man sich sicher und leicht in der digitalen Welt bewegt."

Das Bundesverbraucherministerium (BMELV) und BITKOM haben für ältere Verbraucher Empfehlungen zusammengestellt, wie der Einstieg ins Internet einfach und sicher gelingen kann. Das Informationsblatt ist auf der Webseite von BITKOM erhältlich.

"Nur jeder Dritte ab 65 nutzt bisher das Internet", sagte BITKOM- Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Nach einer Erhebung von BITKOM und dem Hamburger Meinungsforschungsinstitut Aris sind 62 Prozent der 50 bis 64-Jährigen und 32 Prozent der Senioren, die 65 Jahre alt und älter sind, online. 54 Prozent der Seniorenhaushalte ab 65 Jahren haben zudem zu Hause einen Computer stehen. "Wer einmal vernetzt ist, macht dabei in aller Regel hervorragende Erfahrungen", so Scheer. Die sogenannten "Silver Surfer" geben dem Internet Bestnoten: So sagen 95 Prozent, das Internet sei ein Gewinn durch nützliche Informationen, 90 Prozent betrachten das Netz als Plus an Flexibilität, und 86 Prozent sehen es als Gewinn für ihre Lebensqualität.

Bemerkenswert ist, welch große Rolle das Internet für das soziale Leben älterer Nutzer spielt: Zwei Drittel (64 Prozent) sagten, sie hätten bestehende Freundschaften aufgefrischt und mehr als die Hälfte (58 Prozent) hat nach eigenem Bekunden gute Freunde kennengelernt. Jeder vierte Surfer ab 65 Jahren hat der Studie zufolge sogar einen neuen Lebenspartner im Internet gefunden. "Das Internet boomt als Freundschafts- und Partner-Netzwerk für ältere Menschen", erklärt Scheer. 82 Prozent der älteren Anwender machen nach eigenen Angaben nur positive Erfahrungen mit anderen Internetnutzern. Neun Prozent der Senioren haben bereits unangenehme Fragen von Fremden erlebt und fünf Prozent der älteren Nutzer ab 65 Jahren sind schon einmal gemobbt worden.

Nach einer Erhebung von BITKOM und Forsa ist inzwischen jeder sechste Internetnutzer ab 65 auch Mitglied eines sozialen Netzwerks (Community). "Für ältere Nutzer werden Communitys zunehmend attraktiv. Die Zahl der älteren Mitglieder wird rasch steigen, und es wird zunehmend Netzwerke speziell für Senioren geben", kommentiert BITKOM-Präsident Scheer. "In sozialen Netzwerken sollten aber auch die älteren Nutzer darauf achten, für wen ihre persönlichen Informationen sichtbar sind. In der Regel ist dies in der Grundeinstellung das gesamte Netzwerk. Hier würde ich eine Beschränkung auf Freunde empfehlen", sagte Bundesministerin Aigner. Auch von den sozialen Netzwerken forderte Aigner, dass sie die Privatsphäre ihrer Mitglieder ernst nehmen und eine restriktive Grundeinstellung vornehmen, die eine aktive Freischaltung von Informationen für andere erfordert. Ohne ausdrückliche Zustimmung der Verbraucher dürfe es auch im Internet generell keine Weitergabe persönlicher Daten geben. "Gerade soziale Netzwerke für Senioren können nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sie die Daten ihrer Mitglieder umfassend schützen", so Aigner.

Als Hindernis für eine stärkere Internetnutzung von Senioren erweisen sich Sicherheitsbedenken. BITKOM zufolge verzichten 40 Prozent der älteren Nutzer auf Transaktionen wie Shopping, Banking oder Reisebuchungen. 17 Prozent der Senioren verzichten außerdem darauf, im Netz Reisen, Mietautos, Fahrkarten und Eintrittskarten zu kaufen. Bundesverbraucherministerin Aigner und Verbands-Chef Scheer appellierten an ältere Verbraucher, nur nach sorgfältiger Prüfung ihre Daten im Internet freizugeben: "Internet-Nutzer sollten genau darauf achten, an wen sie ihre E-Mail-Adresse weitergeben oder ob sie bei Online-Services in die Weitergabe ihrer persönlichen Daten einwilligen. Auch Informationen über die Wohnsituation oder die finanziellen Verhältnisse gehören nicht ins Internet. Vielen Internetnutzern ist häufig nicht klar, dass im Internet nichts einfach verschwindet und auch gelöschte Inhalte als Kopie an anderer Stelle im Netz noch auftauchen können."




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.bitkom.org/65729_65712.aspx

Im Angebot der SDC seit 04.11.10 (yze)

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Themenbereiche:
Mediennutzung durch SeniorInnen / Aktivitäten für SeniorInnen, Mediennutzung allgemein, Internetdienste, Internet



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