Veröffentlicht am: 04.07.17

Apps für Kinder im Test - Wissen, welche geeignet sind

Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“

Mutter mit Kind am Tablet

Die Nutzung von Apps für Smartphones und Tablets ist mittlerweile fester Bestandteil des kindlichen Alltags. Gefragt sind insbesondere Spiele-Apps. Sie versprechen kostenlosen Spielspaß und Action. Diese Apps auf Sicherheit, Eignung für Kinder und Sinnhaftigkeit zu prüfen, ist eine wichtige Aufgabe, derer sich zwischenzeitlich einige Expertinnen und Experten angenommen haben.

Die Stiftung Warentest und Jugendschutz.net, das Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für Jugendschutz im Internet, haben erst kürzlich gemeinsam die derzeit bei Kindern beliebtesten Angebote getestet. Dabei kamen sie zu dem vernichtenden Urteil: Nur vier von 50 Apps in Hinblick auf den Datenschutz und der Geschäftsbedingungen sind empfehlenswert. Als problematisch werden bei den meisten dieser Apps Werbung, Kontaktaufnahme durch Dritte, Geldfallen und der Datenschutz bemängelt. Dieses Ergebnis hilft zu verstehen, dass nicht alle Apps für Kinder unproblematisch im Gebrauch sind.

Es gibt aber durchaus viele Apps, die sehr empfehlenswert sind. Neben der Einhaltung der erwähnten Sicherheitsaspekte bieten sie auch inhaltlich einen Mehrwert für Kinder. So wird in der aktuellen Trendanalyse des Deutschen Jugendinstituts begleitend zum Projekt „Apps für Kinder“ aufgezeigt, dass neben Lern- und Bilderbuch-Apps insbesondere Kreativ-Apps einen inhaltlich interessanten und sicheren Einstieg für die Zielgruppe bieten. Zu den kreativen Angeboten gehören beispielsweise Apps, zum Erstellen von Filmen, Comics und Hörbüchern. Sie verwandeln die Mobilgeräte in multimediale Werkzeuge, mit denen im Gegensatz zu vorgefertigten Spielverläufen, die Kinder ihre Fantasie frei ausleben können. Die Umsetzung dieser kreativen Angebote macht am meisten in der Gruppe Spaß. Das gemeinsame Erleben, die soziale Interaktion und die Verbindung mit der eigenen Lebenswelt sind dabei wichtige Erfahrungen für Kinder.

Dies empfiehlt sich auch für diejenigen, die den kindlichen Medienkonsum begleiten: am besten man spielt gemeinsam mit Kindern und informiert oder testet die App selbst bevor sie von Kindern verwendet wird. So kann das Erlebte besprochen und reflektiert werden. Das rät auch Sabine Eder, Medienpädagogin, 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und Geschäftsführerin von Blickwechsel, dem Verein für Medien- und Kulturpädagogik: „Apps sind, wie andere Medieninhalte auch, sehr vielfältig: anregend, aufregend, langweilig, zerstreuend, verstörend, abzockend, zeitraubend, bezaubernd. Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen gute Apps offerieren und sie bei der Mediennutzung angemessen begleiten. Medienpädagogisch aufbereitete Datenbanken helfen Erziehenden, eine gute Auswahl zu treffen.“

Um Eltern, Großeltern und Fachkräften Orientierung und Entscheidungshilfen bei der Vielzahl an Apps zu bieten, hat das Deutsche Jugendinstitut die Datenbank „Apps für Kinder“ aufgebaut. Über 500 Apps für Kinder wurden dafür auf Bewertungskriterien, wie benutzerfreundliche Menüführung, technische Funktionsfähigkeit, Passung auf die Zielgruppen und Interaktivität geprüft. Aber auch die Sensibilität für den Kinder- und Datenschutz, insbesondere mit Blick auf Werbung, In-App-Käufe und Kommunikationsdienste wurde untersucht. Diese App-Empfehlungen finden sich auch auf der Webseite des Initiativbüros „Gutes Aufwachsen mit Medien“, in der Datenbank für Kindermedien.

Weitere Quellen für geeignete Apps für Kinder finden Sie unter:

  • Deutscher Kindersoftwarepreis TOMMI - Eine Jury aus Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Pädagoginnen und Pädagogen sowie von einer Kinderjury testet unter anderem Spiele-Apps auf Qualität und Schutz.
  • Pädagogischer Medienpreis von Studio im Netz - Es werden Apps ausgezeichnet, die die Kreativität von Kindern fördern oder sie beim Lernen unterstützen.




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Initiativbüro "Gutes Aufwachsen mit Medien"


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