Veröffentlicht am: 15.01.20

Noch fünf Minuten! Medien im Familienalltag - wie kann das gelingen und welche kindgerechten Angebote gibt es?

Bettina Goerdeler, Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien

Zwei Jungs liegen auf dem Sofa und spielen am PC

Medienalltag in Familien

Gerade die kalte Jahreszeit verbringt man gerne gemütlich zu Hause auf dem Sofa. Das Tablet, der Laptop oder das Smartphone liegen in greifbarer Nähe - die Geräte gehören zum Familienalltag dazu. Das Angebot an Apps, Clips, Filmen und Webseiten speziell für Kinder ist groß - oft zu groß, um den Überblick zu behalten: Eltern stellen sich die Frage, wie sie ihre Kinder unterstützen können, kompetent und selbstbestimmt mit Medien aufzuwachsen.

Bei der Mediennutzung ist es grundsätzlich wichtig, sich am individuellen Entwicklungsstand des eigenen Kindes zu orientieren und die Angebotsauswahl an die jeweiligen Bedürfnisse und Medienvorlieben der einzelnen Familienmitglieder anzupassen.

Ob beim Spielen von Onlinespielen, beim Vorlesen von spannenden Geschichten mittels App, beim Anschauen von Videoclips oder der Produktion eines Memorys mit digitalen Fotos - als Eltern ist es ist ratsam sich mit den digitalen Interessen und Vorlieben der eigenen Kinder zu beschäftigen. Zu einer guten Begleitung im Umgang mit digitalen Medien gehört es dazu, gemeinschaftliche Medienerlebnisse und Gesprächsanlässe durch gemeinsame Mediennutzung in Familien zu schaffen. So können Eltern ihre Kinder bewusst begleiten und mediale Erfahrungen miteinander sammeln. Wichtig dabei ist, über das Geschaute, Gespielte und Erlebte zu sprechen und sich auszutauschen.

Für eine bewusste Mediennutzung ist neben einem regelmäßigen Austausch innerhalb der Familie auch das Aufstellen von Regeln sinnvoll. So kann zum Beispiel in einem individuell aufgestellten Mediennutzungsvertrag festgehalten werden, wie lange das Smartphone genutzt werden oder wie lange gespielt werden darf. Am besten ist es, wenn die Regelungen im Vertrag gemeinsam zwischen Eltern und Kindern ausgehandelt werden. Auch für Eltern gibt es Regeln, damit sie im Sinne ihrer Vorbildfunktion mit gutem Beispiel vorangehen. Zum Beispiel Handypause für alle beim Abendessen.

Viele Eltern fragen sich auch häufig, wie viel Medienzeit gut für ihre Kinder ist. Eine gute Orientierung bieten die „Medienbriefe für Eltern“ von Schau Hin!. Die Briefe geben Empfehlungen zu Nutzungszeiten für digitale Medien und richten sich an verschiedene Altersstufen im Alter von 3 bis 13 Jahren.

Angebote für Kinder

Doch woran erkenne ich als Elternteil geeignete Webseiten und Angebote für Kinder? Bei der Auswahl an kindgerechten Angeboten sollten Eltern darauf achten, dass die Webseite oder App keine Inhalte wie Gewalt oder Pornografie darstellt. Zudem benutzen Angebote für Kinder eine einfache, kindgerechte Sprache und sind leicht zu bedienen. Auch auf Werbung und Verlinkungen zu sozialen Netzwerken, Werbeseiten und App-Stores wird verzichtet. Geeignete Angebote für Kinder lassen sich zum Beispiel über die Datenbank für Kindermedien finden. Dort gibt es eine bunte Auswahl an Webseiten und Apps für Kinder.

Kindersuchmaschinen

„Wie entsteht eigentlich Schnee?“ Antworten auf diese oder ähnliche Fragen suchen Kinder im Netz. Sie stellen sich das Internet dabei oft wie ein riesiges Lexikon vor. Doch Texte im Internet, wie beispielsweise auf Wikipedia sind für Kinder nicht verständlich. Zudem können sie durch ungeübtes Suchen auf problematische Inhalte stoßen. Einen sicheren Surfraum für Kinder bieten Kindersuchmaschinen, wie zum Beispiel die Blinde Kuh. Die Inhalte, die über Kindersuchmaschinen gefunden werden, sind kindgerecht aufbereitet. Darüber hinaus bietet die Webseite der Blinden Kuh Nachrichten für Kinder sowie Links zu Lern- und Denkspielen, Abenteuer- und Actionspielen oder zu Geschicklichkeitsspielen an. Ein Mitmachbereich lädt dazu ein, selbstgeschriebene Geschichten, Reportagen und Fan-Berichte zu veröffentlichen.

Webseiten für Kinder

Eine gute Anlaufstelle für Kinderwebseiten ist Seitenstark, die Arbeitsgemeinschaft Vernetzter Kinderseiten. Neben Links zu verschiedenen Kinderwebseiten finden Kinder dort Angebote für Spiel und Spaß, können sich Wissen zu Themen aus Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft aneignen, als Kinderreporter*in aktiv werden und lernen Musik sowie Filme selbst zu produzieren. Mitmach- und Lernspiele für Kinder gibt es zudem bei Klick-Tipps.net. Auch das Internet-ABC bietet eine gute Orientierung für Familien und stellt leicht verständliche Informationen über den sicheren Umgang im Netz zur Verfügung. Neben einer Hauptseite für Kinder, die verschiedene Module wie Lernen und Schule, Freizeit, Spiele und Mitmachaktionen bereitstellt, gibt es auch eine Informationsseite für Eltern.

Apps für Kinder

Auch mit Apps können Inhalte und Geschichten spielerisch vermittelt werden. Eine große Auswahl an getesteten Apps enthält die Datenbank „Apps für Kinder“. Anhand ausgewählter Kriterien untersucht das Deutsche Jugendinstitut Kinderapps und verschafft Eltern und Familien einen Überblick über die vielfältigen und zahlreichen Apps. Die Beurteilung der Apps kann von „sehr empfehlenswert“ bis hin zu „nicht empfehlenswert“ reichen. Nicht empfehlenswert sind Apps zum Beispiel dann, wenn Inhalte für Kinder problematisch sind. Dazu gehört unter anderen, wenn Konflikte mit Gewalt gelöst werden.

Eine gute Orientierung für kindgerechte Apps bietet auch das Angebot für Eltern von Klick-Tipps.net. Dort werden regelmäßig gute und sichere Apps für Kinder empfohlen.

Filme und Videos für Kinder

Flimmo bietet einen guten Überblick über Videos und Filme für Kinder. Dort finden Eltern Informationen und Bewertungen zu kinderrelevanten Sendungen. In einem persönlichen Bereich, der je nach Interesse und Bedarf individuell gestalten werden kann, können Sendungsbesprechungen und andere Texte gemerkt, ausgedruckt und versendet werden.

Mehr Informationen zur Mediennutzung in der Familie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





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