Veröffentlicht am: 14.01.04

Zweites Berliner Gespräch zur Digitalen Integration - Digitale Chancen für Migrantinnen und Migranten

Quelle: Stiftung Digitale Chancen

Berlin, den 14. Januar 2004 - Mit dem Thema "Integrationsmotor Internet - Digitale Chancen für Menschen mit Migrationshintergrund" hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit die Reihe der Berliner Gespräche zur Digitalen Integration fortgesetzt. Im Mittelpunkt der von Prof. Dr. Jo Groebel geleiteten Diskussion stand die Frage nach der integrativen Wirkung des Internet. "Die Vorträge haben deut-lich widerlegt, dass die Nutzung von Internetangeboten aus dem Heimatland oder in der Muttersprache die Ethnisierung und die Bildung von ‚Parallelgesellschaften' fördern. Vielmehr trägt die Internetnutzung zur Integration in das neue Umfeld der Aufnahmegesellschaft bei", erklärt Jutta Croll, die Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen. Es sei jedoch ausschlaggebend, Menschen mit Migrationshin-tergrund durch die Vermittlung von Medienkompetenz für den Umgang mit den Angeboten zu qualifizieren, um ihre Chancen auf Eingliederung in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt noch weiter zu verbessern.

Das zweite Berliner Gespräch zur Digitalen Integration fand am Dienstagabend im Berli-ner Museum für Kommunikation statt. Besonders deutlich wurde, dass ein großer Bedarf für die Erhebung verlässlichen Zahlenmaterials zur Internetnutzung von Migrantinnen und Migranten besteht, um gezielte Maßnahmen zur Digitalen Integration dieser gesell-schaftlichen Gruppe durchführen zu können.

In Deutschland leben über 7 Mio. Menschen mit ausländischem Pass und über 2 Mio. Spätaussiedler. Menschen mit Migrationshintergrund stellen damit mehr als 10 % der Gesamtbevölkerung. Die Nutzung von Medien durch Migrantinnen und Migranten in Deutschland ist bereits seit einigen Jahren Gegenstand der Forschung. Der mit rd. 2,5 Mio. größten Gruppe, den Türken oder türkischstämmigen Menschen, wurde dabei be-sondere Aufmerksamkeit gewidmet. Empirische Erhebungen bilden allerdings die Aus-nahme und fokussieren i. d. R. auf die Nutzung traditioneller Medien wie Print, Hörfunk und Fernsehen. In den neueren Studien zur Nutzung des Internet, wie ARD/ZDF Online Studie oder (N)Onliner-Atlas finden Migrantinnen und Migranten nur dann Berücksichti-gung, wenn sie zur deutschsprachigen Bevölkerung zählen. Eine Ausweisung der Me-diennutzung nach ethnischen Gruppen erfolgt nicht.

Einen Anhaltspunkt bietet die im Jahr 2001 von der Berliner Agentur für Medien und Kommunikation Lab One in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Innovative Markt-forschung durchgeführte Studie Lebenswelten Deutschtürken, die sowohl den Zugang zum Internet als auch die Dauer der Nutzung durch türkischstämmige Menschen in Deutschland erhoben hat. Für das Jahr 2004 ist eine Neuauflage dieser Studie geplant. Dabei soll der Nutzung des Internets besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da dieses Medium zunehmend als Instrument der Integration verstanden wird.

Weitere Informationen sowie das Programm der Veranstaltungsreihe finden Sie im Internet unter http://www.digitale-chancen.de/berlinerG .

Die Berliner Gespräche zur Digitalen Integration Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit veranstaltet gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen im Berliner Museum für Kommunikation eine Reihe von Gesprächen zur Digitalen Integration. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, einen runden Tisch für alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu etablieren. Im Diskurs sollen neue Strategien und Formen der Zusammenarbeit entwickelt werden, um die Digitale Integration bisher unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen nachhaltig fördern.

Kontakt
Stiftung Digitale Chancen
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Mehr erfahren Sie unter: www.digitale-chancen.de

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